Chan Chan
Reisebericht aus meinem Blog: <a href="http://www.elsenorinperu.wordpress.com" title="www.elsenorinperu.wordpress.com">www.elsenorinperu.wordpress.com</a>
Beginnen werden wir natürlich mit dem ersten Ausflug am Samstag. Gleich nach dem reichhaltigen Frühstück geht’s auf zu den Combis und Micros. Diese halten an allen möglichen Punkten auf der Av. España, die sich wiederum wie ein Gürtel um die Innenstadt Trujillos legt. In unserem Fall sind wir auf der Suche nach dem orange farbenen Combi mit der Aufschrift Huanchaco. Nach wenigen Minuten sammelt uns das Combi (Ja, es ist DAS Combi!) auch schon auf und schmeißt uns nach 15 Minuten Fahrt Richtung Nordwesten an den Pforten Chan Chans wieder raus. Die Ankunft ist geprägt von zähen Verhandlungen mit Guides, einem Treffen mit einer englischen Backpackerin (Liza) und einem 10 minütigen Fußmarsch zum eigentlichen Eingang von und zu Chan Chan.
‘Was ist eigentlich Chan Chan!?’, wird sich der ein oder andere von euch jetzt sicherlich fragen. Für alle, die zu faul sind, sich die Information aus Wikipedia selbst zu ziehen, hier ein kleiner Ausschnitt aus eben diesem Online Nachschlagewerk: ‘Chan Chan war die Hauptstadt des präcolumbischen Chimú-Reiches [...]. Sie entstand etwa um 1300 und erstreckt sich noch heute über eine Fläche von 28km². Sie war wahrscheinlich die größte Stadt der damaligen Zeit auf dem südamerikanischen Kontinent und eine der größten der Welt, die aus Lehm errichtet wurde. Zu ihrer Blütezeit beherbergte die Stadt etwa 60.000 Einwohner und hatte ein ansehnliches Vermögen an Gold, Silber und keramischen Kunstgegenständen angehäuft.’ Ich weiß, Wikipedia ist offiziell keine Quelle, aber das ist auch das, was uns der Guide erzählt hat. Naja, jedenfalls beinhaltet das Ticket für Chan Chan Zugang zu vier verschiedenen Attraktionen: Den Palacio Tschudi, die Huaca el Dragon, die Huaca la Esmeralda und das passende Museum von Chan Chan. All diese Orte liegen mindestens 3km und höchstens 5km auseinander.
Wir beginnen mit dem Palacio Tschudi, dem Ort, der eigentlich unter Chan Chan bekannt ist. Ohne Guide wandern wir hier ca. eine Stunde lang durch eine von Stadtmauern umgebene Art von Labyrinth. Unterwegs treffen wir übrigens den US-amerikanischen Botschafter von Perú, der uns auch allen herzlichst die Hand schüttlet. Da die komplette Anlage noch recht gut in Schuss ist, findet man hier und da interessante Wandmalereien. Alles in Allem auf jeden Fall atemberaubend und einen Besuch wert. Ganz im Gegensatz zum Museum von Chan Chan. 20 Fußminuten entfernt befindet sich ein kleines Haus, das man sich ruhig schenken kann. Deshalb möchte ich darüber auch nicht viel mehr Worte verlieren.
Dritte Attraktion ist die Huaca la Esmeralda. Sie befindet sich in einem äußeren Stadtteil Trujillos, mitten in einer Wohnanlage. Hier wartet auch schon Luis auf uns. Denn Luis ist Guide und hat heute seinen freien Tag. Da er gut gelaunt ist, bietet er uns eine günstige Tour an, die wir letztendlich auch annehmen. Die Huaca (Tempel) la Esmeralda ist ein relativ kleiner Tempel. Würde man einfach nur einmal um die Anlage laufen, wäre man in ca. 3 Minuten wieder am Ausgangspunkt. Die Tour hingegen dauert knapp 40 Minuten. 40 Minuten, in denen der gut gelaunte Luis mehrmals vom Thema abschweift. Dennoch ist auch diese Huaca einen Besuch wert, nicht nur wegen Happy Luis, sondern auch weil man über eine Rampe auf die Ruine steigen kann und einen herrlichen Blick über Trujillo hat. Ein Freund von Luis, der auch verdammt gut gelaunt ist und als Sicherheitsmann in diesem Gebiet arbeitet, entführt uns dann noch in sein Lieblingsrestaurant, in dem er natürlich seine Provision kassiert. Nach einem leckeren Mittagessen für wenig Geld ruft er uns noch ein Taxi, das uns zu einem Special Preis zum nächsten Punkt auf unserer Liste fährt.
Vierte und damit letzte Attraktion ist die Huaca el Dragon und befindet sich ca. 10 Taximinuten entfernt, auch in einem Wohngebiet. Diese Tempelruine ist von der Höhe her die größte und alleine deshalb ist der Blick von ganz oben ein genialer. Da zu diesem Zeitpunkt das Wetter auch immer besser wird, tröstet uns die Gesamtsituation auch über die Tatsache hinweg, dass sich die Tempel mehr oder weniger ähneln und mit den gleichen Sachen locken. Abschließend kann man sagen, dass Chan Chan definitiv einen Besuch wert ist. Wer die vier Stätten jedoch größtenteils zu Fuß besuchen will, sollte auf jeden Fall mehr als einen halben Tag einplanen.

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