Pisco / Paracas
Reisebericht aus meinem Blog: <a href="http://www.elsenorinperu.wordpress.com" title="www.elsenorinperu.wordpress.com">www.elsenorinperu.wordpress.com</a>
Gleich nach meinem Spiel am Samstag Nachmittag, das ich mir im Übrigen auch hätte sparen können, machen sich Jennifer, Julia und meine Wenigkeit auf den Weg in die weniger entfernte Region um Pisco. Wie ihr der Karte entnehmen könnt, befindet sich Pisco ebenfalls im Süden Perus, diesmal aber nicht ganz so weit wie etwa Cuzco oder Arequipa. Nach schlanken vier Stunden hält der Bus auch zum geschätzen zehnten Mal an, um uns endgültig vor die Tür zu setzen. Da nur wenige Gesellschaften direkt in die Stadt fahren und wir uns für die Low Cost Variante entschieden haben, die eben nicht in die Stadt fährt, sondern uns auf der Panamericana Sur rausschmeißt, sind wir für die restlichen sechs Kilometer auf ein Taxi angewiesen.
Das ist auch relativ schnell gefunden oder sollte ich besser sagen, es hat uns schnell gefunden? Denn kaum aus dem Bus ausgestiegen, stürmen die Taxifahrer auch schon auf uns ein: 'Hey Gringo / Brother / Amigo...'; das Übliche eben. Unser Fahrer heißt übrigens Johnny und ist eher einer von den ruhigeren Genossen. Dafür hat er aber einen Clou für uns parat. Denn statt nach Pisco zu fahren, das seiner Meinung nach aufgrund des starken Erdbebens aus dem Jahre 2007 eher zu den weniger interessanten Städten Perus gehört, sollten wir doch lieber direkt nach Paracas weiterfahren. Das ist nur 24 Kilometer weiter entfernt und bietet neben günstigeren Unterkünften und dirketer Lage am Meer noch dazu den eigentlichen Ausgangspunkt für unsere morgige Tour. Also ab nach Paracas! Das Hostel ist zwar nicht ganz so schnell gefunden, aber gefunden und darauf kommt es ja schließlich an. Bevor wir aber ins Bettchen gehen, buchen wir mitten in der Nacht noch schnell bei einem Amigo von Johnny die Tagestour, die am nächsten Morgen beginnen soll.
An besagtem Morgen wird zunächst mal in aller Früh gefrühstückt. In einem netten Pläuschchen mit der Señorita aus unserem Restaurant will ich noch schnell in Erfahrung bringen, ob man hier den generell Define sehen könne. Die Señorita wiederum meint, dass das eher schwierig sei. Worauf ich erwidere, dass ich generell aber ziemlich viel Glück mit sowas habe. Schließlich prophezeit sie mir, dass ich dann wohl welche sehen werde. Schließlich trennen sich unsere Wege. Denn wir machen uns weiter auf den Weg in die Reiseagentur, wo wir auf unsere Reisegruppe stoßen. In einem kleinen Gringopulk von ca. 30 Personen marschieren wir pünktlich zum Hafen von Paracas, wo auch schon unser Boot wartet. Ausgestattet mit Schwimmwesten, Digicams und jeder Menge Vorfreude und guter Laune geht's dann auch schon ab zu den Islas Ballestas.
Die Islas Ballestas ist eine kleine Inselgruppe etwa eine halbe Stunde vom Hafen entfernt und wird netterweise auch Galápagos für Arme gennant. Nicht ganz so groß wie der große Bruder vor der Küste Ecuadors und auch mit weniger Artenvielfalt, locken die Islas Ballestas aber dennoch mit dem ein oder anderen Tierchen. Unterwegs sieht man aber zunächst einmal ein gigantisches Zeichen, in Stein geritzt, das an die Nazca Linien erinnert, aber der Paracas Kultur zugesprochen wird. Während der kompletten Tour bei bedecktem Himmel können wir das Boot nicht verlassen und aufstehen kann bei teilweise rauher See auch mal ganz lustig werden. Insgesamt kurven wir eine Stunde um die Islas Ballestas. Hier können wir Pinguine, Seelöwen, Pelikane, Möwen und weitere Vögel begutachten; und zwar ziemlich viele. Teilweise denkt man, dass die Steine der Insel schwarz sind, bis man dann bemerkt, dass das eigentlich nur Vogelköpfe sind. Immer wieder schwirren Vogelschwärme über deinem Kopf herum, so dass du stets in Angst vor einer Pupuattacke lebst. In verschiedenen Ecken siedeln Kolonien von Seelöwen, die aber nicht wie im Zoo mit Bällen auf der Nase jonglieren, sondern größtenteils einfach nur südamerikalike auf Steinen faulenzen. Aber schaut euch doch selbst die Fotos bei Flickr an!
Auf dem Rückweg dann aber die große Überraschung: Bereits im Hafenbereich angelangt, hält das Boot auf einmal an und alle bewegen sich auf die rechte Seite. Was da wohl ist? Natürlich hatte die Señorita mit dem leckeren Frühstück Recht behalten, denn nur knapp zwei Meter vom Boot entfernt schwimmt nicht nur ein Delfin sondern zwei. Auf dem Rückweg zur Reiseagentur bedanke ich mich dann übrigens noch höflichst bei meiner Señorita.
Im Anschluss beziehungsweise nach einem zweiten Frühstück geht's dann auch schon weiter im Takt. Im Bus fahren wir in die Reserva Nacional, eine Art rießiges Naturschutzgebiet in der Nähe von Paracas. Hier sollen wir eigentlich Flamingos sehen, doch aufgrund der Ebbe können wir nur vermuten, dass die rosafarbenen Köpfchen in der Ferne wirklich Flamingos sind. Über ein kleines Museum geht es dann weiter im Bus mit mehreren Aussichtspunkten unterwegs. Der Großteil der Landschaft erinnert zwar eher an Wüste, aber die Teile am Meer haben es echt in sich. Klippen, die teilweise noch mit Rissen des Erdbebens versehen sind, laden bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein zu herrlichen Fotos ein. Im Anschluss fahren wir nochmals ein Stückchen weiter, wo wir nach einem kleinen Mittagessen mit Pelikanen spielen können. Aber seht euch doch einfach selbst das Video auf Flickr an! Ich werde euch damit aber den Kopf verdrehen, weil ich leider vergessen habe, die Videos vorher zu drehen.
Auf dem Rückweg nach Lima machen wir dann aber doch noch schnell einen Halt in Pisco, um uns selbst ein Bild von der Stadt zu machen. Und wirklich, sie ist gezeichnet von dem Erdbeben von vor zwei Jahren; überall Ruinen und vorrübergehende Häuserkonstrukte. Schließlich schlägt aber die Müdigkeit zu und wir machen uns nach einer genialen und lustigen Reise mit vielen Tieren endgültig auf den Heimweg.
Euer el Señor…

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